Za serbske ludowe zastupnistwo
Für eine sorbische/wendische Volksvertretung

Sitzung des Serbski Sejm

Am 14. April tagte der Serbski Sejm in Pretschen. Pretschen liegt am nördlichen Rande der Niederlausitz und hat sich 2016 selbst neu zum sorbischen/wendischen Siedlungsgebiet bekannt. In einem Dorfrundgang mit Günther Thiele und anderen Bewohnern wurde den Abgeordneten die erfolgreiche Dorfentwicklung der letzten Jahre erläutert und angetragen mitzuhelfen, die Zugehörigkeit zum Siedlungsgebiet mehr und mehr mit Leben zu erfüllen.

Die Sitzung begann mit einer hochinteressanten Einführung und intensiven Diskussion mit Dieter Freihoff, Beauftragter für sorbisch-wendische Angelegenheiten im Kreis Dahme Spree, und Ute Hentschel, Mitglied des Sorbenrates in Brandenburg, insbesondere zur sorbischen/wendischen Identität und der Selbstbestimmung darüber in den Dörfern, sowie über die Situation der sorbischen/wendischen Bildungsangebote in der Region sowie in Brandenburg einschließlich der Mitwirkungsmöglichkeiten bei Entscheidungen durch unser Volk.

Eingeladen war außerdem der evangelische Pfarrer Stefan Branig. Pfarrer Branig hat mit seiner Evangelischen Schulgemeinschaft Niederlausitz gGmbH seit 1992 schon 7 Schulen, 3 Kindertagesstätten und 5 Horte unter freier Trägerschaft aufgebaut. Er sprach über seine Erfahrungen mit der Gründung von Bildungsinstitutionen unter freier Trägerschaft und zeigte sich bereit, den Aufbau eigener sorbischer Schulen zu unterstützen.

Diskutiert und beschlossen wurden Anträge zur fristgerechten Vernichtung des Wählerverzeichnisses, sowie zur Anpassung von Beschlüssen zur Sejmkonstitutierung: Im Manifest wurde die Rolle der deutschen Sprache im Sejm konkretisiert und im Vertretungsanspruch die Konsequenz auf die Selbstbestimmungsmöglichkeiten hervorgehoben. Außerdem wurde der Dank an die Domowina und andere Institutionen klar auch in die Zukunft gerichtet, indem das missverständliche Wort „bisherige" gestrichen wurde.

Außerdem wurde im Erfahrungsaustausch die Vorbereitung des Bildungsgipfels im Herbst sowie der Staatsverträge zur Etablierung einer Körperschaft des sorbischen/wendischen Volkes und seiner Rechte und Pflichten vorangetrieben, sowie die Diskussion über geeignete Meinungsbildungs- und Entscheidungswege im sorbischen/wendischen Volk fortgeführt.

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